Zeit ist relativ auf Tonga. Was ja an sich nichts schlechtes ist, wenn man nur oder hauptsächlich zum Entspannen hier ist.
Die ersten sechs Tage haben wir in einem Häuschen direkt am Strand gewohnt, quasi Robinson Crusoe mit Kühlschrank. Ein bisschen Schnorcheln und Schwimmen, in der Sonne liegen, am Abend Mahi Mahi oder Red Snapper grillen. Hin und wieder kommt ein Wal an der Lagune vorbei. Dazu nette Gesellschaft von Sarah und Matt aus Australien, Sally und Zane aus Neuseeland und Hündin Chino.






Die Selbstversorgung klappte dank Chris‘ tollen Seafood Platters ganz gut. Einkaufen an sich ist in Tonga eher interessant: Tomaten, Gurken, Bananen etc. bekommt man an den Marktständen immer nur in der Gro?packung. Supermärkte gibts auf Tongatapu genau einen in der Hauptstadt Nuku’alofa, ansonsten versorgt man sich in den gefängnisähnlichen Chinese Stores, auch mal illegal mit Bier („PSSST!!“). Die Chinesen fallen in Tonga nicht zur Freude aller seit ein paar Jahren in Scharen ein, im Gegenzug lässt sich das Kingdom fragwürdige Flugzeuge und Fähren von ihnen schenken. Und am Sonntag, wenn ganz Tonga komplett still steht und au?er Kirche nichts passiert, sind die Chinesischen Restaurants die einzigen, die geöffnet sind.






Ein besonderes Highlight war definitiv der Flug nach ‚Eua, eine kleine Insel 40 km südöstlich von der Hauptinsel Tongatapu – eine Komödie in drei Akten:
Die Tatsache, mit einer Propellermaschine über den Pazifik zu fliegen, hat mich ohnehin schon nicht entspannt. Als wir dann wie vorgegeben um 15:00 Uhr, eine Stunde vor Abflug am Domestic Airport ankamen und der Mann am „Check in“ was von „the plane is broken“ nuschelte, fand das auch Alex nicht mehr so super. Am Flughafen warteten noch zwei ?sterreicher und ein Franzose, die mit derselben Maschine – dem „Islander“ um 13:00 nach Ha’apai hätten fliegen sollen. Der Pilot hat sich aber anscheinend nach dem Herflug geweigert, wieder mit der Maschine zu fliegen.
Um 15:30 also unser Stand: wir fliegen nicht. Um 15:45 meinte die Dame vom hochmotivierten Bodenpersonal, dass sie uns in einer Viertelstunde offiziell sagen könne, dass der Flug gecancelt wird. Um 16:00 Uhr aber dann die Überraschung: wir fliegen doch – mit einer anderen Maschine, der Queen Air. Und auch der (längere) Flug nach Ha’apai sollte schlie?lich doch gehen, eben mit dem kaputten Islander (aus dem sie zuvor noch irgendein Teil ausgebaut haben). Egal, Hauptsache wir bekommen das funktionierende Flugzeug.
Dann gings ans Wiegen der 7 Passagiere inkl. Handgepäck. Eh lustig. Die Abflugzeit wurde noch mal eine Stunde nach hinten auf 18:00 Uhr verlegt. Um ca. 17:15 fanden sich dann 5-6 Leute vor dem Computerbildschirm ein und beschäftigten sich (wie wir zumindest glauben) 45 MInuten mit der Gewichtsverteilung im Flugzeug. Vielleicht hätten wir die Wasserflasche doch nicht austrinken und damit die ganze Planung durcheinander bringen sollen. (Die Lösung war dann offenbar einen Passagier in den Kopiloten-Sitz zu setzen.) Um 18:10 oder so sind wir dann tatsächlich geflogen, 8 Minuten später waren wir auf ‚Eua.






Auf ‚Eua gibts noch mal weniger Infrastruktur als auf Tongatapu: keine Busse oder Taxis, keine Restaurants oder Supermärkte und genau 2 Touristenunterkünfte. Hier waren wir 2,5 Tage richtig aktiv, sind gewandert und geradelt und haben nette Abende mit den anderen Gästen von Taina’s Place verbracht.






Den Rückweg nach Tongatapu sind wir dann doch per Fähre angetreten, Abfahrtszeit: relativ.
In Summe war Tonga für uns was ganz besonderes, wir hatten eine entspannende und gleichzeitig erfahrungsreiche Zeit, haben sehr liebe Menschen getroffen und sind im Nachhinein doppelt froh, uns für diese Pazifikinsel entschieden zu haben.Time is a relative thing in Tonga. Though this is not bad at all if you are mainly here for relaxing.











