„When you go to the Great Ocean Road, go to Bimbi Park!“, haben uns vor ca. 6 Wochen zwei Reisende empfohlen. Angesichts der dortigen günstigen Übernachtungspreise und der Aussicht auf jede Menge Koalas, sind wir dem Rat gerne nachgekommen.
Und es hat sich wirklich ausgezahlt, wenn auch der Nacken manchmal etwas vom nach oben Schauen schmerzte: Koalas, Koalas, Koalas! Und die meisten zu unserer gro?en Überraschung sogar munter und im Vergleich zu ihren in Gefangenschaft lebenden Artgenossen quasi hyperaktiv!
Aja, an der Great Ocean Road gabs außerdem noch die 12 Apostels (angeblich nach Uluru die am zweitmeisten fotografierte Attraktion in Australien) und eine spektakuläre Küste.
Weniger super: auf einem Parkplatz ist uns jemand in die hintere Seite des Autos gefahren. Wir mussten den Selbstbehalt beim Autovermieter zahlen (3.000 AUD), obwohl uns keine Schuld trifft. Jetzt hoffen wir auf möglichst problemlose Abwicklung mit der Versicherung und darauf, dass uns der Autovermieter bald die nötigen Dokumente übermittelt.
Aber wir verdrängen das Ganze grad ganz erfolgreich im Südseeparadies Tonga und genießen Sonne, Strand und Meer, schauen überdimensionalen Schmetterlingen beim Vorbeifliegen und Walen beim Vorbeischwimmen zu 🙂
war die Reaktion von so ziemlich jedem Australier, dem wir erzählt haben, dass wir auch 2 Wochen Tasmanien auf unserem Reiseplan haben. Jetzt rückblickend betrachtet: Ja, wir können da nur zustimmen.
Die erste Woche in Tassie haben wir am Brockley Estate für Kost und Logis arbeitend verbracht. Julian & Chaxi betreiben auf dem riesigen Farmgelände ein Bed and Breakfast mit spanischer Küche (Chaxi stammt aus Teneriffa). Das ganze liegt weitab von jedem Nachbar, dafür gibt’s jede Menge Schafe direkt vor der Haustür.
Das Arbeitsprogramm folgte der Devise „Was halt grad zu tun ist“: Rasen mähen, Kästen streichen, Fenster putzen, Unkraut jäten, die Garage aufräumen und ?eberreste des alten Hühnerstalls zerlegen. Spannend war auch, Einblick in das B&B-Betreiberleben zu bekommen, das nicht immer nur romantisch, sondern auch ziemlich anstrengend sein kann. Es gibt immer was zu tun!
Unser Heim für die Woche war der urige Shearer’s Quarter (dass hier einmal im Jahr die Schafscherer für eine Woche wohnen, ließ sich geruchsmäßig nicht ganz verleugnen) mit offenem Kamin. Die freien Stunden, die wir nicht mit schlafen verbracht haben (schön, wenn man weiß wovon man so müde ist), haben wir die Gegend um die Farm zu Fuß erkundet. Den Platypus im Fluss haben wir trotz langer Kanuausflüge leider nicht gesichtet, dafür Possums und Kängurus.
Die zweite Woche gings mit dem Auto zunächst über Hobart nach Norden nach Launceston und dann an die Ostküste. Die Bay of Fires war der für uns bis jetzt schönste Strand: weißer Sand mit orangen Felsen dahinter und türkisem Meer davor (dass der blaue Himmel drüber wolkenverhangen war, hat dem ganzen farbmäßig keinen Abbruch getan).
Im Freycinet National Park sind wir sehr ambitioniert nicht nur zur Wineglass Bay sondern auch um den Mount Marlow herumgewandert. Wir werden jetzt eventuell die 3-Tageswanderung im Torres del Paine in Südamerika nochmal überdenken.
Danach haben wir noch Bruny Island ganz im Süden erkundet, mit kulinarischem Fokus: Austern, Fudge und Käse. Etwas unrund hat uns auf Bruny eine in die Stoßstange gefahrene Minidelle gemacht; da wussten wir ja auch noch nicht, was uns mit dem Auto an der Great Ocean Road passieren würde…
Wir haben unseren Camper nun in Sydney zurückgegeben, unser mobiles Heim ist uns doch recht ans Herz gewachsen. Aber Sydney ist eine sympathische Stadt, und es gibt genügend in den 4 Tagen zu tun, die wir hier sind.
Seit knapp drei Wochen sind wir jetzt mit unserem Camper an der Ostküste unterwegs und so ein bisschen schwirrt uns der Kopf von all dem, was wir gesehen und erlebt haben: wir sind durchs Inselparadies Whitsundays gesegelt, haben Delfine und Wale beobachtet, Geburtstage gefeiert, hoch zu Ross Ziegen zusammengetrieben, Koalas gestreichelt und beim Pferderennen verloren.
Aber der Reihe nach: Als hätten wirs geplant, sind wir am Samstag, dem 31. durch Ingham gefahren, just an dem Tag fand der Ingham Gold Cup statt. Pferderennen standen ohnehin auf unserer Oz-To-Do-Liste, also nichts wie auf zur Rennbahn. Die erst mal zu finden war nicht so einfach, Evas genialer Plan, einfach dem Auto mit Pferdeanhänger zu folgen, ging nicht ganz auf, da der offensichtlich auch nicht wusste wo er hin musste (und sich wohl zurecht verfolgt gefühlt hat – so unauffällig ist unser Apollo nämlich nicht). Egal. Auf der Rennbahn hat sich bestätigt, was wir schon gehört und gelesen haben: Fashionmäßig ist so ein Pferderennen das reinste Schaulaufen, man kommt sich vor wie auf einer royalen Hochzeit. Mit unserer Reisegarderobe konnten wir da nicht ganz mithalten. Und auch das Wetten liegt uns nicht: Als beim dritten Rennen selbst Little Miss Eva mit Jockey Kirk verloren hat, haben wirs endgültig aufgegeben.
Den Segeltörn für die Whitsundays haben wir etwas über unserem Reisebudget (den Geburtstagen sei Dank) bei I Sail gebucht. Ursprünglich war ja nur ein 2Tage/1Nacht-Trip geplant, man hat uns aber aufgrund der Buchungslage auf den Deluxe Catamaran „On Ice“ und eine 2Tage/2Nächte-Cruise umgebucht 🙂 Wir waren eine super Truppe an Bord (5 Spanier, 2 Briten, Skipper Ben und Koch/Decky Ben) und hatten zwei wunderbare Tage, wenn auch das Wetter nicht immer mitgespielt hat. Der Whitehaven Beach ist tatsächlich so kitschig wie er auf Fotos aussieht und der Sand dort wirklich weiß. Beim Schnorcheln auf 2 Meter große Fische zu treffen, ist übrigens gar nicht so beängstigend.
Zu Alex‘ Geburtstag gings auf die Kroombit Lochenbar Station zum Reiten und „Goat Mustering“. Man muss ja klein anfangen, was die Outbackfähigkeiten betrifft: Zwei Stunden sind wir also auf der Suche nach Ziegen durch den Busch geritten und haben die Ziegen vor uns her zur heimischen Weide getrieben. Macht man auch nicht jeden Tag.
Fraser Island haben wir ausgelassen, sind dafür gegenüber am Inskip Point (bei Rainbow Beach) im knietiefen Sand und Watt (heißt das auch hier so?) gewatet, haben von einer Sandbank aus Delfine beobachtet und sind über die Düne „Carlo Sandblow“ spaziert.
Im Lone Pine Koala Sanctuary in Brisbane kann sich jeder ein Beispiel am entspanntesten Lebensstil überhaupt nehmen: Schlafen, fressen, schlafen. Hier eine Auswahl aus der Bilderserie „Just hanging“:
Dazwischen sind wir an vielen Stränden spazieren gegangen, haben (wieder) peinlich lange Billardpartien gespielt, ausgiebig gekocht, viel mit Grey Nomads geplaudert (bzw. hauptsächlich ihnen zugehört), eine Sandburg gebaut, eine neue Sucht entwickelt (wer braucht Nutella, wenn er Lino lada haben kann, gibt’s laut unseren Recherchen auch in Österreich!) und generell das Camperleben sehr genossen 🙂
Knapp eine Woche haben wir den Camper noch, dann geht?UR(TM)s für 4 Tage nach Sydney und am 24. nach Tasmanien, wo wir erst mal eine Woche arbeiten werden. Darauf freuen wir uns schon!
Von Alice Springs haben wir dann die 2400 km bis nach Cairns an der Ostküste per Flugzeug zurückgelegt, wo wir dann bei Ursula per Airbnb (danke Ursula, war wirklich toll bei dir!) unterkamen.