Von Tonga nach Santiago de Chile ist es ein langer Weg. Und dieser ist noch länger, wenn der Weiterflug um 5 Stunden nach hinten verschoben wird. Und das Ganze kommt einem nochmal länger vor, wenn man schon um 2 Uhr früh losgeflogen ist. Aber alles nicht so schlimm, der Flughafen Auckland ist ja bei Sleeping in Airports auf Platz 1 🙂
Jedenfalls sind wir dann noch am gleichen Tag um 17 Uhr (31 Stunden später, Datumsgrenze sei Dank) in Santiago gelandet. Das allein ist schon komisch genug, die Zeitzonenverwirrung ist allerdings spätestens dann perfekt, wenn man versucht zu rekonstruieren wie spät es Zuhause ist, insbesondere wenn die beteiligten Länder gerade von Sommer auf Winterzeit oder umgekehrt umgestellt haben.
Santiago selbst ist eine eher unspektakuläre Stadt, in der man allerdings ganz gut essen und trinken gehen, Graffiti und eins von Pablo Neruda’s Häusern anschauen und Erdbeben miterleben kann (theoretisch, wir habens nicht gespürt). Nach 4 Tagen Jetlag auskurieren hats uns dann doch wieder ans Meer gezogen: nach Valparaíso.
Zeit ist relativ auf Tonga. Was ja an sich nichts schlechtes ist, wenn man nur oder hauptsächlich zum Entspannen hier ist.
Die ersten sechs Tage haben wir in einem Häuschen direkt am Strand gewohnt, quasi Robinson Crusoe mit Kühlschrank. Ein bisschen Schnorcheln und Schwimmen, in der Sonne liegen, am Abend Mahi Mahi oder Red Snapper grillen. Hin und wieder kommt ein Wal an der Lagune vorbei. Dazu nette Gesellschaft von Sarah und Matt aus Australien, Sally und Zane aus Neuseeland und Hündin Chino.
Die Selbstversorgung klappte dank Chris‘ tollen Seafood Platters ganz gut. Einkaufen an sich ist in Tonga eher interessant: Tomaten, Gurken, Bananen etc. bekommt man an den Marktständen immer nur in der Gro?packung. Supermärkte gibts auf Tongatapu genau einen in der Hauptstadt Nuku’alofa, ansonsten versorgt man sich in den gefängnisähnlichen Chinese Stores, auch mal illegal mit Bier („PSSST!!“). Die Chinesen fallen in Tonga nicht zur Freude aller seit ein paar Jahren in Scharen ein, im Gegenzug lässt sich das Kingdom fragwürdige Flugzeuge und Fähren von ihnen schenken. Und am Sonntag, wenn ganz Tonga komplett still steht und au?er Kirche nichts passiert, sind die Chinesischen Restaurants die einzigen, die geöffnet sind.
Ein besonderes Highlight war definitiv der Flug nach ‚Eua, eine kleine Insel 40 km südöstlich von der Hauptinsel Tongatapu – eine Komödie in drei Akten:
Die Tatsache, mit einer Propellermaschine über den Pazifik zu fliegen, hat mich ohnehin schon nicht entspannt. Als wir dann wie vorgegeben um 15:00 Uhr, eine Stunde vor Abflug am Domestic Airport ankamen und der Mann am „Check in“ was von „the plane is broken“ nuschelte, fand das auch Alex nicht mehr so super. Am Flughafen warteten noch zwei ?sterreicher und ein Franzose, die mit derselben Maschine – dem „Islander“ um 13:00 nach Ha’apai hätten fliegen sollen. Der Pilot hat sich aber anscheinend nach dem Herflug geweigert, wieder mit der Maschine zu fliegen.
Um 15:30 also unser Stand: wir fliegen nicht. Um 15:45 meinte die Dame vom hochmotivierten Bodenpersonal, dass sie uns in einer Viertelstunde offiziell sagen könne, dass der Flug gecancelt wird. Um 16:00 Uhr aber dann die Überraschung: wir fliegen doch – mit einer anderen Maschine, der Queen Air. Und auch der (längere) Flug nach Ha’apai sollte schlie?lich doch gehen, eben mit dem kaputten Islander (aus dem sie zuvor noch irgendein Teil ausgebaut haben). Egal, Hauptsache wir bekommen das funktionierende Flugzeug.
Dann gings ans Wiegen der 7 Passagiere inkl. Handgepäck. Eh lustig. Die Abflugzeit wurde noch mal eine Stunde nach hinten auf 18:00 Uhr verlegt. Um ca. 17:15 fanden sich dann 5-6 Leute vor dem Computerbildschirm ein und beschäftigten sich (wie wir zumindest glauben) 45 MInuten mit der Gewichtsverteilung im Flugzeug. Vielleicht hätten wir die Wasserflasche doch nicht austrinken und damit die ganze Planung durcheinander bringen sollen. (Die Lösung war dann offenbar einen Passagier in den Kopiloten-Sitz zu setzen.) Um 18:10 oder so sind wir dann tatsächlich geflogen, 8 Minuten später waren wir auf ‚Eua.
Auf ‚Eua gibts noch mal weniger Infrastruktur als auf Tongatapu: keine Busse oder Taxis, keine Restaurants oder Supermärkte und genau 2 Touristenunterkünfte. Hier waren wir 2,5 Tage richtig aktiv, sind gewandert und geradelt und haben nette Abende mit den anderen Gästen von Taina’s Place verbracht.
Den Rückweg nach Tongatapu sind wir dann doch per Fähre angetreten, Abfahrtszeit: relativ.
In Summe war Tonga für uns was ganz besonderes, wir hatten eine entspannende und gleichzeitig erfahrungsreiche Zeit, haben sehr liebe Menschen getroffen und sind im Nachhinein doppelt froh, uns für diese Pazifikinsel entschieden zu haben.Time is a relative thing in Tonga. Though this is not bad at all if you are mainly here for relaxing.
„When you go to the Great Ocean Road, go to Bimbi Park!“, haben uns vor ca. 6 Wochen zwei Reisende empfohlen. Angesichts der dortigen günstigen Übernachtungspreise und der Aussicht auf jede Menge Koalas, sind wir dem Rat gerne nachgekommen.
Und es hat sich wirklich ausgezahlt, wenn auch der Nacken manchmal etwas vom nach oben Schauen schmerzte: Koalas, Koalas, Koalas! Und die meisten zu unserer gro?en Überraschung sogar munter und im Vergleich zu ihren in Gefangenschaft lebenden Artgenossen quasi hyperaktiv!
Aja, an der Great Ocean Road gabs außerdem noch die 12 Apostels (angeblich nach Uluru die am zweitmeisten fotografierte Attraktion in Australien) und eine spektakuläre Küste.
Weniger super: auf einem Parkplatz ist uns jemand in die hintere Seite des Autos gefahren. Wir mussten den Selbstbehalt beim Autovermieter zahlen (3.000 AUD), obwohl uns keine Schuld trifft. Jetzt hoffen wir auf möglichst problemlose Abwicklung mit der Versicherung und darauf, dass uns der Autovermieter bald die nötigen Dokumente übermittelt.
Aber wir verdrängen das Ganze grad ganz erfolgreich im Südseeparadies Tonga und genießen Sonne, Strand und Meer, schauen überdimensionalen Schmetterlingen beim Vorbeifliegen und Walen beim Vorbeischwimmen zu 🙂
war die Reaktion von so ziemlich jedem Australier, dem wir erzählt haben, dass wir auch 2 Wochen Tasmanien auf unserem Reiseplan haben. Jetzt rückblickend betrachtet: Ja, wir können da nur zustimmen.
Die erste Woche in Tassie haben wir am Brockley Estate für Kost und Logis arbeitend verbracht. Julian & Chaxi betreiben auf dem riesigen Farmgelände ein Bed and Breakfast mit spanischer Küche (Chaxi stammt aus Teneriffa). Das ganze liegt weitab von jedem Nachbar, dafür gibt’s jede Menge Schafe direkt vor der Haustür.
Das Arbeitsprogramm folgte der Devise „Was halt grad zu tun ist“: Rasen mähen, Kästen streichen, Fenster putzen, Unkraut jäten, die Garage aufräumen und ?eberreste des alten Hühnerstalls zerlegen. Spannend war auch, Einblick in das B&B-Betreiberleben zu bekommen, das nicht immer nur romantisch, sondern auch ziemlich anstrengend sein kann. Es gibt immer was zu tun!
Unser Heim für die Woche war der urige Shearer’s Quarter (dass hier einmal im Jahr die Schafscherer für eine Woche wohnen, ließ sich geruchsmäßig nicht ganz verleugnen) mit offenem Kamin. Die freien Stunden, die wir nicht mit schlafen verbracht haben (schön, wenn man weiß wovon man so müde ist), haben wir die Gegend um die Farm zu Fuß erkundet. Den Platypus im Fluss haben wir trotz langer Kanuausflüge leider nicht gesichtet, dafür Possums und Kängurus.
Die zweite Woche gings mit dem Auto zunächst über Hobart nach Norden nach Launceston und dann an die Ostküste. Die Bay of Fires war der für uns bis jetzt schönste Strand: weißer Sand mit orangen Felsen dahinter und türkisem Meer davor (dass der blaue Himmel drüber wolkenverhangen war, hat dem ganzen farbmäßig keinen Abbruch getan).
Im Freycinet National Park sind wir sehr ambitioniert nicht nur zur Wineglass Bay sondern auch um den Mount Marlow herumgewandert. Wir werden jetzt eventuell die 3-Tageswanderung im Torres del Paine in Südamerika nochmal überdenken.
Danach haben wir noch Bruny Island ganz im Süden erkundet, mit kulinarischem Fokus: Austern, Fudge und Käse. Etwas unrund hat uns auf Bruny eine in die Stoßstange gefahrene Minidelle gemacht; da wussten wir ja auch noch nicht, was uns mit dem Auto an der Great Ocean Road passieren würde…
Wir haben unseren Camper nun in Sydney zurückgegeben, unser mobiles Heim ist uns doch recht ans Herz gewachsen. Aber Sydney ist eine sympathische Stadt, und es gibt genügend in den 4 Tagen zu tun, die wir hier sind.