Bye bye Malaysia, hello Bali!

Nach Kuala Lumpur (wo wir den Sonnenuntergang und den Blick auf die Petronas Towers von der Skybar im Trader’s Hotel aus ziemlich spektakulär fanden) und dem ehemaligen Haupthandelshafen Melaka (die Hollländer* habens hier nach anfänglicher Blüte geschafft, die Stadt herunterzuwirtschaften und die Briten sich danach auch eher auf Georgetown und Singapore konzentriert) gings am Samstag weiter nach Bali.

Und zwar vom Low Cost Carrier Terminal in Kuala Lumpur aus. Ein Erlebnis für sich. Angefangen bei der Busfahrt dorthin, inkl. 15 Minuten Tanken einen Kilometer vorm Ziel entfernt. Danach gings erstmal weiter zum nördlichen und damit weiter entfernten KLIA, nur um dort festzustellen, dass hier niemand aussteigen will. Oder es zumindest noch nicht wusste. Denn die drei Chinesinnen in der ersten Reihe hatten das zugegebenermaßen mühsame System dieses Flughafens mit seinen beiden großen, 20 Minuten Fahrt auseinanderliegenden Terminals nicht verstanden. In Österreich hätte man das Ganze wohl zusätzlich Check-In 1 und 2 getauft. Schön war dann noch der gut 800 Meter lange Spaziergang zu unserem Flieger  kreuz und quer über das Rollfeld. Ohne zu wissen, ob wir tatsächlich zur richtigen Maschine unterwegs sind. Low Cost, halt.

Mittlerweile sitzen wir sehr entspannt am Pool im Hotel Genggong (nochmals Danke an Lux & Kathrin für den Tipp) und machen erstmal nix 🙂


*Apropos Holländer: Neigen wir Österreicher im Ausland ja sonst eher dazu, auf unverhältnismäßig viele unserer nördlichen Nachbarn zu treffen, war die Holländerdichte in Malaysia schon fast beängstigend. Wer hätte gedacht, dass man auch nach Jahrhunderten noch so eine Reiseaffinität zu den ehemaligen Kolonien haben kann. Die vielen Franzosen können wir uns allerdings nach wie vor nicht erklären.

Cameron Highlands

Was macht man in den Cameron Highlands? Tee, Erdbeeren und Gemüse anbauen. Und als Tourist? Sich von der Hitze des restlichen Malaysiens etwas abkühlen und beim Wandern auf einem von 15 ausgewählten Wegen (nicht nur) diese agrikulturellen Tätigkeiten besichtigen. Die Highlights dabei sind zweifellos die riesigen
Teeplantagen in verschiedenen Grüntönen – die aneinandergereihten Glashäuser mit
Erdbeeren in Töpfen haben weniger Charme.

Jason, ein lokaler Guide, führt in einer fünfstündigen Wanderung über steile Wurzeltreppen und durch Blätterdickicht zu einer Teeplantage und beantwortet unterwegs Fragen zu Fauna und malayischen Gewohnheiten. Am „Weges“rand bekommt man jede Menge fleischfressende (bzw. tödliche Schwimmbäder anbietende) Pflanzen, wilde Orchideen und schöne Aussichten zu Gesicht.

Am bekanntesten in der Gegend aber ist Boh-Tee: vom öffentlichen Bus führt uns ein ausgedehnter Spaziergang zur Fabrik, während dem man den Arbeitern beim Tee ernten zusehen kann. Im Grunde ist das aber nur etwas aufwendigeres Heckenschneiden.

Nach einem Blick in die Fabrik und Tee mit Scone auf der Aussichtsterrasse sind wir nun bestens darüber informiert, wie Tee gemacht wird – für den Briten in mir ist dieses Wissen geradezu essenziell 😉 – und wieder bereit für die Hitze des Flachlands. Nächster Stop: Kuala Lumpur.

Verliebt in Georgetown

Georgetown liegt auf der Insel Penang im Nordwesten von Malaysia und war wie Melakka und Singapur eine der ersten britischen Siedlungen. Hier treffen die beiden großen asiatischen Kulturen der Inder und Chinesen aufeinander und die Stadt wirkt generell wie ein melting pot aus ganz Asien. Deshalb und aufgrund einiger anderer Dinge hat es uns Georgetown besonders angetan:

  • Der bisher sympathischste Night Market in der New Lane
  • interessante Gespräche im Pedal Inn mit den Hosts Steven & Newton
  • die liebenswerte Nonya* mit ihrem Otak-Otak (Fischcreme in Bananenblättern)
  • der wahrscheinlich gemächlichste Rickshaw-Fahrer (lag wohl auch am Alter)
  • ein leidenschaftliches Amateurtänzer beim Japanischen Festival
  • leckeres Char Koay Teow im geschäftigen Cafe Heng Huat
  • das beste indische Essen seit langem.
  • Dazu Einheimische am Obststand, die uns Mangosteens schenken, nachdem sie merken, dass wir ihre Begeisterung (die Untertreibung schlechthin) für Durians (die berühmte Stinkfrucht hat grad Saison) nicht so wirklich teilen.

Nicht einmal die Hello Kittys auf den Schulbussen konnten etwas an unserem positiven Eindruck von Georgetown ändern. Fast hätten wir noch mal verlängert, aber die Kühle der Cameron Highlands war dann doch zu verlockend.

* Baba-Nonyas oder Peranakans sind die Nachfahren Chinesischer Siedler, die im 16. Jh. malayische Frauen geheiratet haben. Name und Religion kommen von den chinesischen Vätern, Sprache, Kultur und Kleidung von den malayischen Müttern. Baba = Mann, Nonya = Frau.

One night in Kota Bharu

Die Stadt war ja ohnehin nur als Stop-over auf dem Weg nach Westen gedacht. Und das war auch gut so.

Etwas anstrengend schon die Anreise von Kuala Besut, nachdem wir dort nicht das Gefühl hatten, dass uns auch nur einer der herumsitzenden Taxifahrer wirklich wo hinbringen will. Diese, nennen wir es Teilnahmslosigkeit/Apathie der lokalen Bevölkerung ist uns teilweise schon auf der Insel aufgefallen.

Irgendwann kam dann doch ein öffentlicher Bus und nach gut einer Stunde standen wir im strömenden Regen in der Hauptstadt der muslimisch geprägten Provinz Terengganu. Im Hostel hat man dann auch gar nicht erst versucht uns für die Stadt zu begeistern. „The night market is here, another market is over there. Apart from that, there is nothing to see.“ (Relativierung: Weil hier auch gerade Ramadan ist)

Laut Reiseführer hätte der Night Market hier ja tatsächlich „one of the best night markets in Malaysia“ sein sollen. Well. Not so much. Wir schieben es auf den Regen. Ein kulinarisches Highlight gabs aber trotzdem in Form dieser Coconut-Icecream:

Von oben nach unten: Semmelwürfel, Erdnüsse, Eis, Kokosnussmilch, Reis.

Inselleben

Nach den ersten doch eher anstrengenden Tagen, lassen wir jetzt auf der Insel Perhentian Besar die Seele baumeln. Im warmen, meist glasklaren Wasser des Pauh-Strands tummeln sich Fische, ab und zu schwimmt eine Schildkröte vorbei. Am Abend gibts ausgezeichneten frischen Fisch vom Grill. Da will man gar nicht mehr weg 🙂